Rechenzentren werden leistungsfähiger, gleichzeitig steigen Energiebedarf und Komplexität der Infrastruktur. Betreiber investieren in redundante Stromversorgung, moderne Kühlsysteme und Monitoring. Für einen stabilen Betrieb reicht Redundanz allein jedoch nicht aus. Entscheidend ist, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, bevor sie sich auf die Verfügbarkeit auswirken.
Mit KentixONE 8.7 wurden deshalb Funktionen ergänzt, die Betreiber bei der Überwachung von Rack-Umgebung, Stromqualität und Alarmierungswegen unterstützen.
Wenn die Raumtemperatur nicht mehr ausreicht
Die Raumtemperatur allein liefert heute oft nicht mehr genügend Informationen über die tatsächlichen Bedingungen in einem Serverschrank. Unterschiedliche Lasten, Luftführungen oder Kühlstrategien können innerhalb eines Racks deutliche Temperaturunterschiede verursachen.
Der neue Umgebungssensor als Erweiterung KDL-10 ermöglicht die Messung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Taupunkt an frei wählbaren Positionen im Rack. Bis zu drei Sensoren lassen sich an einer SmartPDU betreiben. Dadurch können mehrere Messpunkte entlang des Luftstroms überwacht werden.
Betreiber erhalten so präzisere Einblicke in Temperaturverläufe, Hotspots und klimatische Veränderungen innerhalb des Serverschranks. Das schafft eine bessere Grundlage für die Bewertung und Optimierung bestehender Kühlkonzepte.

Stromqualität im Blick behalten
Für die Stabilität einer IT-Infrastruktur ist nicht nur die Verfügbarkeit von Energie entscheidend, sondern auch deren Qualität. Mit KentixONE 8.7 unterstützen SmartPDUs deshalb die Überwachung von Total Harmonic Distortion (THD) für Strom und Spannung.
THD beschreibt harmonische Verzerrungen im Stromnetz, die unter anderem durch Schaltnetzteile, USV-Systeme oder andere leistungselektronische Verbraucher entstehen können. Hohe Werte führen nicht zwangsläufig sofort zu Problemen, können jedoch auf zusätzliche Belastungen für elektrische Komponenten hinweisen.
Die kontinuierliche THD-Überwachung erweitert den Blick auf die Stromversorgung und macht auch Veränderungen der Energiequalität sichtbar.
Alarmierung muss auch im Ausnahmefall funktionieren
Ein Alarm hilft nur dann, wenn er die verantwortlichen Personen erreicht. Deshalb wurde mit KentixONE 8.7 die Alarmierungsinfrastruktur erweitert.
Mit der Funktion „Redundantes Mailing“ können Alarmmeldungen auch dann versendet werden, wenn die Verbindung zum KentixONE Online-Service oder die primäre Internetanbindung ausfällt. Dafür lassen sich alternative Mailserver und mobile Fallback-Verbindungen nutzen. So kann nicht nur die Infrastruktur selbst, sondern auch der Übertragungsweg der Alarmierung zusätzlich abgesichert werden.
Resilienz durch Transparenz
Die Neuerungen in KentixONE 8.7 erweitern die Transparenz in zentralen Bereichen des Rechenzentrums: Rack-Klima, Stromqualität und Alarmierung. Die zusätzlichen Informationen helfen dabei, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und fundierter zu bewerten. Denn viele kritische Probleme entstehen nicht plötzlich. Sie entwickeln sich schrittweise, etwa durch veränderte Temperaturverhältnisse, nachlassende Kühlleistung oder eine sinkende Stromqualität. Wer solche Veränderungen früh erkennt, kann rechtzeitig gegensteuern.

